Carbon Braced Tweeter

Die klanglichen Vorteile steifer Kalotten sind seit vielen Jahren bekannt. Man glaubte jedoch früher, dass die Auswirkungen des Break-Up-Effekts bei einer Kalotte nicht hörbar würden, wenn der Effekt erst oberhalb der menschlichen Hörgrenze von 20 kHz einsetzte.

Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass es nicht ausreicht, einfach nur die Mittenfrequenz der Resonanz zu berücksichtigen, und dass ein nicht kolbenähnliches Verhalten unterhalb dieser Frequenz, dass sich bis in den hörbaren Frequenzbereich erstrecken kann, sehr wohl hörbar wird. Im Lauf der Jahre ist die erste Resonanzfrequenz unserer Hochtöner mit Aluminiumkalotte bis auf 30 kHz angehoben worden. Dadurch hat sich die Leistung deutlich verbessert.

Der wahre Audiophile verlangt jedoch eine noch weitergehende Verbesserung und die Entwicklung der Diamond-Kalotte mit ihrer ersten Resonanz bei 70 kHz hat hier neue Leistungsdimensionen eröffnet. Bei diesem Projekt war der Einsatz einer Diamond-Kalotte jedoch aus Kostengründen nicht möglich, und so wurde nach einer Lösung gesucht, mit der sich die Resonanzfrequenz kosteneffizienter anheben lässt.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Hochtöner nicht von dem in der 805S. Er hat die bekannte Aluminiumkalotte. Auch hier wird dasselbe Verfahren zur rückwärtigen Bedämpfung der Einheit mit einem sich verjüngenden Rohr eingesetzt, das bei der Zerstreuung der unerwünschten Abstrahlung nach hinten so wirkungsvoll ist. Selbst das schwarze Hochglanzgehäuse sieht gleich aus, obwohl es tatsächlich eine etwas andere Form hat, die an das kleinere Lautsprechergehäuse angepasst ist. Nur bei einer sorgfältigeren Untersuchung dessen, was sich hinter der Kalotte befindet, zeigt sich der entscheidende Unterschied.

Nautilus-Technologie
Bei der Entwicklung des ursprünglichen Nautilus-Lautsprechers hatte sich gezeigt, dass sich eine sehr nützliche Erhöhung der Break-Up-Frequenz einer Aluminiumkalotte von 30 kHz auf 40 kHz dadurch erreichen ließ, dass der Träger der Schwingspule mit einem Ring aus Carbonfaser – und damit die gesamte Baugruppe aus Kalotte und Schwingspule – versteift wurde. Bei der Nautilus wurde dieser Ring vorn an der Einheit im Scheitelpunkt zwischen Kalotte und Sicke angebracht. Das Verfahren ist schwierig, kompliziert und Zeit raubend, sodass ein Unterprojekt zur Anpassung dieses Konzepts an die Großserienfertigung in Angriff genommen wurde. Bei dieser Einheit befindet sich der Versteifungsring nicht sichtbar hinter der Kalotte, in der Nähe zur Verbindung zum Träger der Schwingspule. Als Erfolg dieser Bemühungen ist der neue Hochtöner entstanden, und die folgende Grafik zeigt einen Leistungsvergleich:


Wie bei der Diamond-Kalotte ergibt sich die Verbesserung der Klangqualität nicht aus der höheren Break-Up-Frequenz an sich, sondern aus der so erreichten kohärenteren Bewegung der Kalotte im hörbaren Bereich unter 20 kHz Der Frequenzgang in der Lautsprecherachse ist natürlich nur ein Teil dessen, was einen guten Hochtöner ausmacht. Ebenso wichtig sind ein großer Abstrahlwinkel und eine möglichst geringe Einengung dieses Abstrahlwinkels mit zunehmender Frequenz.

Dadurch bleibt die harmonische Struktur von Instrumenten und Stimmen auch bei unterschiedlichen Winkeln konsistenter, und der Hörer kann die einzelnen Quellen mit größerer Genauigkeit und Stabilität lokalisieren.


Neuer Werkstoff für die Sicke
Wie bei den Modellen der Serie 800 Diamond arbeitet dieser Treiber mit einer Sicke, die bei höheren Frequenzen einen größeren Abstrahlwinkel ermöglicht, als dies bei früheren Ausführungen der Fall war. Dies wird auch im Abstrahldiagramm bei 15 kHz (Abbildung links) deutlich, wo der Hochtöner 805S in grün und der Hochtöner der PM1 in rot eingezeichnet ist.

Wie bei den Diamond-Kalottentreibern der teureren Serie führt dieser größere Abstrahlwinkel jedoch zu einem niedrigeren Wirkungsgrad in der Achse. Die Gesamtenergie ist dieselbe, sie wird im Raum nur anders verteilt. Um ein in den Höhen zu schwaches Klangbild zu vermeiden, muss dieser Verlust an Wirkungsgrad ausgeglichen werden, und auch hier besteht die Antwort darin, in dem engen Luftspalt, wo sich die Schwingspule befindet, noch mehr magnetische Energie zu bündeln. Da der Gesamtwirkungsgrad des Gesamtsystems jedoch etwas niedriger ist als beim kleinsten Modell der Serie 800, ist nur ein zusätzlicher Magnet erforderlich, der auf der Rückseite der Rückplatte der Magnetbaugruppe montiert und gegenüber dem Hauptmagneten verpolt ist.




Querschnitt durch einen Hochtöner der PM1. Die Magnete sind orange hervorgehoben.